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NATHSCHLÄGER

Ein Schriftsteller & Herumtreiber

Der grüne See

Manche Schönheiten des eigenen Landes entdeckt man wirklich oft erst dann, wenn man sie Gästen zugänglich machen will. Vor zwei Monaten, in den ersten warmen Tagen dieses Frühlings, waren Richard und ich mt den irakischen Brüdern Mohammend und Osama bei den Myrafällen und konnten beobachten wie sie sich in diese zerklüftete Postkartenlandschaft verliebten. Heute legten wir noch eins drauf und fuhren mit ihnen frühmorgens in die Steiermark und zwar zum Grünen See bei Tragöß-Sankt Katharein. Um das zu bewerkstelligen, haben wir sie eingeladen, bei uns zu übernachten.

Die Fahrt verlief schnell und reibungslos, und das Wetter gab sich besser als vorausgesagt; als wir in Oberort Trögöß ankamen, hatte es zwanzg Grad und die Sonne schien; am Horizont bildeten sich Wolken. Im ORF kann man lesen, dass der Grüne See zum schönsten Ort Österreichs ausgerufen wurde, das war 2014, aber ich schätze, seither hat sich da nichts geändert.

Etwas außerhalb von Oberort gibt es einen Schotterparkplatz mit jeder Menge Platzeinweiser, die ber gegen 10:00, als wir dort ankamen, noch unterbeschäftigt waren. Vom Pakplatz führt ein bekiester Wanderweg in Richtung Gebirge, und nach etwa zwanzig Minuten ereicht man den See – wir brauchten länger, weil jede Menge Fotos geschossen, und gleich in Facebook und Instagram hochgeladen werden mussten. Wir waren mit Mineralwasser und belegten Broten gut ausgerüstet, und während wir durch die wirklich berauschend schöne Landschaft am Ufer des Sees entlang wanderten, wurde der Strom der Wanderer immer dichter. Gegen Mittag zog der Himmel zu und über den Bergen türmten sich dunkle Wolken auf, was uns dazu veranlasste, etwas schneller in Richtung Parkplatz zurückzugehen.

Der Punkt ist, dass man einen Ort wie den Grünen See nie für sich allein hat, und ich glaube, dass man die spirituelle Erfahrung, die man hier machen könnte, denn alles dort atmet ernsthafte Spiritualität aus, nur allein machen kann. Vielleicht ist es wrklich so, dass es Orte gibt, in denen sich die Schöpfungskraft ballt und uns zuückwirft ins kindliche Staunen und Freuen.

Die Rückfahrt verlief im Regen, jedoch schneller als die Hinfahrt Unsere Gäste schliefen auf der Rückbank ein, und wenn mich Richard nicht immer wieder geschubst hätte, wäre ich auch ein wenig eingenickt.

Anmerkung:

Man muss den Kassenautomat am Parkplatz beim See mit Münzen füttern, den Schein ziehen und aufs Amaturenbrett legen. Wenn man keine Münzen hat, geht man über das kleine Brückchen zu dem Holzhaus, in dem eine kleine Kantine und das Tourismuszentrum untergebracht ist. Dort ann man bei einem Automat Geldscheine in Münzen umwechseln, jedoch keine Fünfziger die nimmt der Automat nicht.

Jetzt geht es zuerst einmal nach Kuba, von wo auc ich erstmals direkt Instagramfotos posten werde, und wenn wir zurück sind, werden wir einen schönen Wanderausflug auf die Rax machen.