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NATHSCHLÄGER

Ein Schriftsteller & Herumtreiber

Acosta Danza – Eine Sache des Tanzes

Stellen wir uns für einen Moment vor, ich hätte durch Zufall oder auch unterbewusst oder ganz und gar bewusst meine Romane so verfasst, dass sie untereinander verknüpft sind. Zumindest seit Im Palast des schönsten Schmetterlings. Dreh- und Angelpunkt dieser Verknüpfungen bildet der dreiteilige Roman Fluchtgemälde, wo ich die Möglichkeit thematisiere, sich durch selbst gemalte Bilder in eine alternative Realität nach eigenen Vorstellungen zu flüchten – was im Roman in einer der Wirklichkeiten katastrophale Folgen hat.

Stellen wir uns vor, den Goldenen Riesen, als Golem der Schöpfung, der einsam im Raum der Väter schwebt, gibt es wirklich, dann wird es im Golem, der aus allen Fluchtgemälden aller Zeiten und Welten besteht, auch ein Bild geben, das eine Momentaufnahme einer Realität zeigt, in der Richard, der im Roman Die Inseln im Westen gestorben ist, lebt, und der anstelle seines Mannes Frank auf Gran Canaria lebt und dort ein Abenteuer zu bestehen hat, das … haarsträubend ist.

Dann hätten wir ja schon fast die Grundeinstellungen für das neue Romanprojekt.

Richard Ostrowski lebt allein in seiner Finca auf Gran Canaria in der Gemeinde Tejeda. Sein Mann Frank ist seit zwei Jahren spurlos verschwunden und Richard will sich nicht mit dessen Tod abfinden. Er malt aufsehenerregende Bilder, die er überall auf den Kanaren verkauft und die ihm neben seiner Rente ein recht sorgloses Leben ermöglichen. Zwei Monate, bevor das Haarsträubende sich ereignet, kommt eine kubanische Tanzkompanie nach Teneriffa, der Manager macht sich mit den Einnahmen aus dem Staub und die Company steht ohne Geld und Papiere da, dazu verdonnert, sich irgendwie über Wasser zu halten. Sie entschließen sich dazu, dass zu tun, was sie sowieso am besten können, und inszenieren Tanzshows, in die sie zunehmend Santeriatänze und Erdtänze einbauen, um den Aufführungen mehr Dramatik zu verleihen. Es ist dieselbe Santeria-Magie, durch die es möglich ist, Fluchtgemälde zu malen. Und hier geht es nicht um einen Maler, der mithilfe der Magie ein Fluchtgemälde malt, sondern um sieben Tänzerinnen und Tänzer, die voll erbitterter Leidenschaft um ihr Leben tanzen. Die Auswirkungen sind ebenso dramatisch wie enorm.

Ich freu mich schon richtig drauf, diese Geschichte zu schreiben …