(K)ein Abschied von Facebook

Update

Unstet wie ich bin, habe ich die Löschung meines Profils abgebrochen. Warum? Weil es doch die beste Möglichkeit ist, mit unseren Freunden und der Familie von Richard in Polen in Verbindung zu bleiben. Na und okay, vielleicht ist mir morgens in der Schnellbahn auch langweilig, und deshalb,  also, … 

Mit dem Gedanken habe ich schon früher gespielt, jetzt habe ich es getan, und mein Profil bei Facebook auf Löschen gesetzt. Das geht nämlich nicht so von jetzt auf gleich. Facebook lässt die Leute nicht so einfach ziehen, da gibt es eine dreißig tägige Übergangsfrist, in der das Profil deaktiviert ist und noch nicht gelöscht, und erst nach diesen dreißig Tagen ist die Sache erledigt.

Warum ich nicht mehr auf Facebook sein mag? Ganz einfach, es ödet mich an. Die handvoll Leute, mit denen ich befreundet sein will, kennt mein Profil bei Instagram oder hat mich auf Whatsapp. Ich habe dann auch noch einen passiven Twitteraccount, den ich nur zum passiven Mitlesen nutze.

Die Sache ist die: Ich war jetzt jahrelang auf Facebook und am Anfang war es schön und lustig und es hat Spaß gemacht, so wie ein neues Tool immer auch ein wenig abenteuerlich ist und aufregend. Facebook ist der Ort, wo jeder jedem alles erzählt, und zwar ohne Filter und Rücksichtnahme, das Belanglose wird zur Kür, das Fade bejubelt, die Meinungsblase zur geistigen Heimat. Und Facebook drängt dazu, immer mehr zu schreiben, immer mehr preiszugeben, sich immer mehr zu erregen und aufzuregen, um die Aufmerksamkeitswelle möglichst lange reiten zu können. Dabei will ich gar keine Aufmerksamkeit – ich dachte, ich will sie, und ich habe mir das vielleicht sogar schön geredet, als Schriftsteller musst Du präsent sein, in Kontakt mit Deinen Fans treten, sie mit Neuigkeiten aus Deinem Leben und zu Deinen Werken bei der Stange halten.

Pustekuchen, muss ich nicht. Das Herumgerödel hat über die Jahre nichts gebracht, es hat Zeit gekostet, und dies nicht zu knapp.

Was mir jetzt noch erschwerend auffällt ist, dass die Metastasen von Facebook einen nicht so leicht ziehen lassen, denn wie oft habe ich zB unbedacht Accounts bei Trivago, booking.com, Tripadvisor und wie sie alle heißen mögen, über Facebook autorisiert? Das habe ich alles letztes Wochenende auseinandergesdröselt, und es war nicht wenig Arbeit.

Wie geht es mit mir weiter? Falsche Frage, ok. Wie werde ich mich in Zukunft präsentieren? Naja, es gibt einerseits diese Website hier, die ich ausbauen werde, und es gibt Instagram, wo ich Bilder aus dem Alltag, Buchcover und Reisefotos veröffentliche. Oft geht es dabei thematisch um Fotos von Orten, die in meinen Romanen vorkommen oder die mich zu bestimmten Szenen inspirierten.

Meine Onlinepräsenz ist also eingedampft auf Instagram und diese Website. Aus Maus, mehr gibts nicht.

#malecón #me doing the #hemingway pose

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