Ab in den Himmel

Das habe ich jetzt davon, wenn ich mich von José Saramago inspirieren lasse. Bei ihm ist es die iberische Halbinsel, die im Roman Das steinere Floss auf reisen geht. Bei mir sind es die Kanaren. Beim Saramago treibt die Halbinsel davon und bei mir … siehe Postingtitel.

Und es wird kein Roman sondern bestenfalls eine längere Erzählung.

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Raspail – Das Heerlager der Heiligen

61eT01meiWL._SX300_BO1,204,203,200_Bisher habe ich immer die Meinung vertreten, dass Oscar Wilde recht hatte als er sagte, es gäbe keine moralischen Bücher sondern nur gut oder schlecht geschriebene. Das war auch in so gut wie allen Diskussionen über Literatur stets mein Credo und ich habe mich nun ertappt, dass ich davon abwich, in dem ich einen Roman, den ich noch nicht gelesen hatte, als Schundroman bezeichnete, weil er von der von mir aus gesehen falschen Richtung Applaus kam und hochgejubelt wurde.

Um das Buch wirklich beurteilen zu können, werde ich es lesen müssen, soviel ist klar. Die Frage ist, ob ich es lesen will. Dabei geht es mir gar nicht darum, ich könnte mit „unangenehmen Wahrheiten“ und „Dingen, die man so nicht schreiben darf“ konfrontiert zu werden. Herrgott, ich habe W.S.Burroughs weinerlich-selbstgefällige Drogenprosa ausgehalten, in der er einerseits die Pose des literarischen Revolutionärs und linken Allesverstehers einnimmt, in Wirklichkeit aber bewies, dass er ein schwules, chauvinistisches Arschgesicht war, für den halbwüchsige Mexikaner und Marokkaner nur einen Lebenszweck hatten, nämlich ihn zu vergöttern und im Bett bei Laune zu halten – wenn er nicht gerade zu dicht für diese Art der Vergnüglichkeiten war. Er unterschied sich in dieser Haltung in keinster Weise von den Großgrundbesitzern in den Südstaaten, die genau jene Schwarzen fickten, denen sie jegliche Menschlichkeit absprachen.

Nein, Moral und Sittlichkeit haben für mich noch nie ein Buch definiert. Was mich tatsächlich stört, ist der Applaus der falschen Seite, die Vereinnahmung eines literarischen Werkes durch Menschen, mit denen ich neverever auf ein Bier gehen würde, weil ich andauernd den Eindruck hätte, dass sie mich missionieren wollten. Und natürlich schmeckt mir die generelle Ausrichtung des Verlags nicht mit seiner Sammlung verschwörungs-salbungsvoller-rechtsnationaler Literatur. Und dass sie den elenden Pirincci im Programm haben, der sich durch nichts mehr von dem Rotz unterscheidet, den er auf die Literatur spuckt.

Ich werde Jean Raspails Buch lesen, und sei er noch so monarchisch-katholisch-alteuropäisch. Wenn es gut geschrieben ist, werde ich meine Freude daran haben.