Retrospektive

Es ist Herbst, fast Winter, es ist nasskalt und der Wind und der Regen holen die letzten Blätter von den Bäumen. Traditionell ist das die Zeit der Schriftstellerei. Andererseits schrieben meine Vorbilder auch bei Hitze bestens, besser als ich auf jeden Fall. Der Herbst ist auch die Zeit der Neuerungen bei Tools und Apps. Nach einigen Hin & Her halte ich es jetzt so, dass ich den Entwurf eines Romans in Scrivener plane und erstelle und das Finish mache ich dann in Papyrus Autor. Vor kurzem erschien eine neue Version von Softmaker Office, von der habe ich mir das Upgrade gegönnt. Damit kann ich das Manuskript in einem Format zu bearbeiten, dessen Export aus Papyrus Autor noch nicht perfekt klappt, nämlich docx.

Das Manuskript „Lucian im Spiegel“ hat seinen letzten Durchlauf im Lektorat hinter sich und der Verlag lässt nun das Cover für die bevorstehende Publikation als Hardcover designen. Zwölf Entwürfe habe ich schon gesehen, von denen mit zwei recht gut gefallen. Das letzte Wort haben in diesem Fall aber der Verlag und die Berater der Grossisten, die das Buch in die Buchhandlungen bringen.

Ich habe derweil einen weiteren Korrekturlauf im bislang nicht angebotenen Manuskript Herr X vorgenommen und dabei recht tief in die Handlung gegriffen, um sie besser fließen zu lassen. Die hier eingearbeitete Version von Mistah Zumbee fokussiert nun voll und ganz auf die Ereignisse von 1976 und 1977 – ich habe die Handlung aus dem Jahr 1980 in der Originalversion vorverlegt, um direkt an die Vorgeschichte anschließen zu können. Ich halte die Geschichte für wirklich gruselig, obwohl sie ziemlich harmlos und fast süßlich beginnt. Wie jeder Horrorroman ist auch Herr X in Wirklichkeit eine Tragödie.

Jetzt kann ich mich darauf konzentrieren, mein neues Romanprojekt voranzutreiben, dem ich den Arbeitstitel Coda unter den Wolken gegeben habe. Hier versuche ich, einen zeitgemäßen Gegenentwurf zu Raspails „Heerlager der Heiligen“ zu schreiben. Vielleicht ist Gegenentwurf das falsche Wort, ja, es ist das falsche Wort. Ich mache mich viel eher daran, seine Geschichte ins Absurde zu überhöhen, um sie zu demaskieren: Einerseits Raspails Buch und andererseits die Menschen, die sich die moralische Deutungshoheit unter den Nagel gerissen haben ohne zu wissen, was sie damit eigentlich wirklich wollen.

Ähnlich wie in Fluchtgemälde wird der Roman in drei Teilen erzählt, aus drei unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Personen und Handlungsorten. Nach den langen Korrekturarbeiten beginnt nun wieder eine lange, schreibintensive Zeit, auf die ich mich sehr freue.

 

Forecast

Letzte Woche habe ich den Verlagsvertrag für das Manuskript Lucian im Spiegel unterschrieben an den Verlag geschickt, und der neueste Stand ist nun, dass das Buch im Frühjahr 2018 erscheinen soll, also rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse. Das freut mich alles wirklich sehr – vor allem aus den folgenden Gründen: Ich kann wieder mit Thomas Pregel arbeiten, dessen Lektorat ebenso verständnisvoll wie scharfsichtig ist, weil ich mich in der Verlagsfamilie vom Größenwahn-Verlag sehr wohl fühle, und weil die Jungs dort wirklich schöne Bücher machen. Ich würde ja gerne ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, worum es im Roman geht, möchte aber den Klappen- und Werbetext des Verlags abwarten.

Von April bis Juli dieses Jahres habe ich einen kurzen Roman verfasst, der die Vorgeschichte von Mistah Zumbee erzählt. War schon Mistah Zumbee wie ein Hieb in die Magengrube, dann zieht einem die Vorgeschichte, die den Arbeitstitel HERR X hat, vollends den Boden unter den Füßen weg. Mistah Zumbee ist in den neuen Roman als eigenes Kapitel am Ende eingearbeitet, Details wurden angepasst, wie zB die Zeit, in der die Geschichte spielt. Und ich erzähle hier Mistah Zumbee ganz und nicht in der verkürzten Version, wie sie im Kurzgeschichtenband Wo die verlorenen Worte sind, veröffentlicht wurde.

Da ich nicht davon ausgehe, dass einer meiner Hausverlage diese kleine, grausige, unappetitliche und bitterböse Geschichte veröffentlichen wird, überlege ich, den Roman im Selbstverlag herauszubringen. Dazu werde ich Testleser brauchen, die das nötige Literaturverständnis haben und einen guten Magen.

Darüber hinaus denke ich darüber nach, einen Kurzgeschichtenband selbst herauszubringen und darin die Geschichten zu versammeln, die es nur in diversen Anthologien gibt. Das wäre vielleicht eine nette „Rundschau“ über meine kürzeren Texte, die ich in den letzten Jahren verfasst habe. Mal schauen.

Neuer Roman – geschrieben in MD

Von Zeit zu Zeit packt es mich und ich stoße ein laufendes Romanprojekt um oder parke es in der Lade. das bedeutet nicht, dass es tot ist, aber es schläft tief und fest. In diesen Phasen, wenn ich mich dazu durchringe, ein Projekt wegzulegen und ein anderes zu beginnen oder einzuschieben, sehe ich mir auch immer die aktuellen Schriftstellerprogramme an. Das ist nicht wirklich nerdig; ich tu´s oft, um Zeit totzuschlagen und auch, weil mich nunmal als Schriftsteller interessiert, welche Werkzeuge es gibt, um den zu schreibenden Text zu verfassen, zu organisieren und abzugeben.

Die letzten Projekte verfasste ich mit Scrivener und Papyrus Autor, und seitdem es Scrivener auch für iOS gibt, ist die Versuchung groß, das nächste Projekt auch wieder in Scrivener zu verfassen. Doch dann stolperte ich über Ulysses for iPad, das eigentlich nicht mehr ist, als ein gut angezogener Texteditor, der Markdown kann. Am besten funktioniert Ulysses, wenn es mit iCloud gesynct wird; einige Funktionen scheinen nicht zur Verfügung zu stehen, wenn man einen anderen Clouddienst verwendet. Man kann Notizen, Bilder und Zielvorgaben verwenden, und es gibt eine geballte Ladung an Exportfunktionen.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, die Geschichte einer unmöglichen Freundschaft zwischen einem ausländerfeindlichen Witwer und einem schwulen, irakischen Flüchtling, in Ulysses zu verfassen … So wie übrigens auch dieses Blogpost 🙂

Abris und Nibis Amida

Am Ende des zweiten Bandes der Inseln im Westen Bücher, Weltendämmerung, gebären Rosalia und Saarí ihre Söhne Nibis Amida Rabenreich und Abris Gonzales. Sie sind die Kinder der Protagonisten Daniel und Rosalia Rabenreich und Arturo und Saarí Gonzales. Daniel und Rosalias Sohn Nibis Amida hat seinen Namen von den beiden, sich umkreisenden Welten Nib und Amid, der Wolken- und der Wasserwelt.

Abris Gonzales ist der Sohn eines Menschen (Arturo Gonzales, ein halbwüchsiger Canario) und einer Nibianerin, Saarí. Abris hat seinen Namen vom Zwerplanet Abrastos, in dessen Orbit, in den Eiskristallnebeln schwebend, Arturo und Saarí sich liebten.

10955303_10203099813175268_8529029980427177183_nDaniel Rabenreich, der im ersten und zweiten Buch eine Hauptrolle spielt, gibt es wirklich, auch, wenn sein Schicksal frei erfunden ist: nach einem tragischen Arbeitsunfall, bei dem er seinen rechten Unterschenkel verliert, reist er seinem väterlichen Freund nach, um in seiner Nähe auf Gran Canaria ein neues Leben als Frühpensionist zu leben. Sein Vorbild ist Daniel H., den ich seit 2005 kenne, als wir wöchentlich gemeinsam mit der U3 zeitig am Morgen von Ottakring zum Westbahnhof fuhren. Über die Jahre haben wir uns angefreundet und wenn sich die Gelegenheit ergab, lange und wuchernde Gespräche über Gott & die Welt & eh alles andere auch geführt. Gerade das Spannungsfeld, zwischen einem jungen Mann, der gar nicht genug Bewegung haben konnte und nun durch seine behinderung eingeschränkt ist, und einem älteren Mann, der nach dem Tod seines Lebensgefährten geradezu gelähmt ist, trägt viel zur Grundstimmung der ersten beiden Bücher bei.

gc-101Arturo Gonzales ist der fünfzehnjährige Sohn eines prominenten Wirten in Las Palmas de Gran Canaria. In seiner Freizeit hilft er den Eltern im Betrieb und so oft es geht, nimmt er seinSurfbrett und sucht mit seinen Freunden Hotspots, die mehr oder weniger unzugänglich, und deshalb wenig besucht sind. Im Roman wird Arturo Gonzales, der freiheitsliebende, impulsive aber loyale Bursche, zu einer Galeonsfigur einer heraufbeschworenen Revolution, und im weiteren Verlauf zum Vater von Abris. Arturo ist ein blonder Ur-Canario, und wie man auf dem Foto sehen kann, scheint es ihn zumindest in einer anderen Realität wirklich zu geben. Am Ende des zweiten Buches verlässt Arturo seine junge Familie, weil er mit dem Erlebten nicht fertig wird, und lebt, wie ich im aktuellen Projekt schreibe, für Jahre allein auf einem Boot auf dem künstlich geschaffenen Wasserplanet Canarias. Er hat eine traurige Rolle, eine ernste Rolle, vor allem, weil er viel zuschnell erwachsen werden, und harte Entscheidungen treffen musste, und großes Leid und wirre Grausamkeiten miterlebte.

Ihre Söhne Nibis Amida Rabenreich und Abris Gonzales wachsen in einer künstlichen Sphere auf, die von den fünfzehn Millionen Bewohnern auch Das rasende Nest genannt wird. Sie werden tragische und große Helden quer durch die Bandbreite der Realitäten. Sie werden an den Rand des Wahnsinns getrieben und großes Leid erfahren. Aber vielleicht sind gerade diese tragischen Schicksalsschläge das Feuer, in dem Helden geschmiedet werden?

Drogen, Sex und der richtige Mann

drogen-sex-und-der-perfekter-mann-web-coverDie Kurzgeschichte Leere Türen erschien zuerst in der Anthologie Liebe und andere Schmerzen, ausgewählt von Jannis Plastargias, im Verlag Größenwahn. Den Titel hatte ich mit Bedacht gewählt – vor allem aus dem naheliegenden Grund, weil es in der Geschichte um Türen geht, die sich öffnen aber nirgendwohin führen, oder irgendwohin, von wo man nicht mehr zurückkehren kann, sosehr man sich das auch wünschen mag.

Mit der Änderung des Titels hatte ich also nichts zu tun, nehme es aber dem Verlag auch nicht wirklich übel, dies ohne meine Zustimmung oder in Abstimmung mit mir gemacht zu haben.

Jetzt jedenfalls erscheint die Kurzgeschichte als E-Book, ein Appetithäppchen des Verlags und ich lege sie jedem ans Herz, der die Melancholie der Einsamkeit kennt, das Gefühl der Irritation, wenn man neben jemand aufwacht, an den man sich nicht erinnern kann oder der, im Moment des Aufwachens, eine beunruhigende Transformation durchmacht – und nicht nur er, sondern die ganze Welt, in die er einen mitgenommen hat.

Es ist eine Geschichte ohne Trost und ohne moralisch erbauliches Ende, und so ist sie, ganz ohne moralischer oder sittlicher Botschaft, wie sich das Leben manchmal zeigt: trügerisch, doppelbödig und verheerend.

Die Inseln im Westen, Band 1: Nebelgeister

Die Inseln im Westen – Band 1 NebelgeisterSo. Am 1.9.2016 erscheint also der erste Band des zweiteiligen Romans Die Inseln im Westen im Himmelstürmerverlag, Hamburg als Hardcover Luxusedition. Die Auflage ist klein gehalten und für die Sammler und langjährigen Fans meiner Romane gedacht. Zeitgleich erscheint der erste Band auch als E-Book in allen gängigen Formaten. In den nächsten Wochen werde ich ein paar Beiträge über diesen Roman schreiben und auch darüber, wie die Geschichte weitergehen könnte. Oder wird.

In den Beiträgen möchte ich ein wenig die Hintergründe des Romans beleuchten, vor allem in Bezug auf frühere Publikationen, in welchen Universum sich das alles ereignet und wie einzelne Romane von mir untereinander verknüpft sind. Soweit es mir möglich ist und sinnvoll erscheint, werde ich auch darüber schreiben, welche Menschen mich inspirierten – denn es gibt einige Charaktere, die es wirklich gibt …

 

Wechsel zu WordPress

wordpress-logo-simplified-rgb

Da ich mit den Möglichkeiten von Google Sites nicht ganz glücklich war, habe ich meine Website wieder zu www.one.com transferiert und benutze nun erneut WordPress als Webplattform.

Es wird noch ein wenig dauern, bis ich alle Inhalte nachgezogen habe, also übt Euch in Geduld 🙂