Forecast

Letzte Woche habe ich den Verlagsvertrag für das Manuskript Lucian im Spiegel unterschrieben an den Verlag geschickt, und der neueste Stand ist nun, dass das Buch im Frühjahr 2018 erscheinen soll, also rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse. Das freut mich alles wirklich sehr – vor allem aus den folgenden Gründen: Ich kann wieder mit Thomas Pregel arbeiten, dessen Lektorat ebenso verständnisvoll wie scharfsichtig ist, weil ich mich in der Verlagsfamilie vom Größenwahn-Verlag sehr wohl fühle, und weil die Jungs dort wirklich schöne Bücher machen. Ich würde ja gerne ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, worum es im Roman geht, möchte aber den Klappen- und Werbetext des Verlags abwarten.

Von April bis Juli dieses Jahres habe ich einen kurzen Roman verfasst, der die Vorgeschichte von Mistah Zumbee erzählt. War schon Mistah Zumbee wie ein Hieb in die Magengrube, dann zieht einem die Vorgeschichte, die den Arbeitstitel HERR X hat, vollends den Boden unter den Füßen weg. Mistah Zumbee ist in den neuen Roman als eigenes Kapitel am Ende eingearbeitet, Details wurden angepasst, wie zB die Zeit, in der die Geschichte spielt. Und ich erzähle hier Mistah Zumbee ganz und nicht in der verkürzten Version, wie sie im Kurzgeschichtenband Wo die verlorenen Worte sind, veröffentlicht wurde.

Da ich nicht davon ausgehe, dass einer meiner Hausverlage diese kleine, grausige, unappetitliche und bitterböse Geschichte veröffentlichen wird, überlege ich, den Roman im Selbstverlag herauszubringen. Dazu werde ich Testleser brauchen, die das nötige Literaturverständnis haben und einen guten Magen.

Darüber hinaus denke ich darüber nach, einen Kurzgeschichtenband selbst herauszubringen und darin die Geschichten zu versammeln, die es nur in diversen Anthologien gibt. Das wäre vielleicht eine nette „Rundschau“ über meine kürzeren Texte, die ich in den letzten Jahren verfasst habe. Mal schauen.

Neuveröffentlichungen einiger Kurzgeschichten

Einige Ausgaben der E-Book-Reihe Gegen Unendlich werden nun auch im Verlag p.machinery als Hardcopys herausgegeben. Und da finden sich für den Anfang zwei meiner Kurzgeschichten, die ziemlich unheimlich sind und mit denen ich dem mexikanischen Schriftsteller Juan Rulfo zu ehren versuche.

In Das Dorf der anderen geht es um eine Familie, die nach einer nicht näher beschriebenen Apokalypse auf einer Jacht den Amazonas befahren und eines Tages ein Dorf erreichen, in dem alles viel zu schön ist, um wahr zu sein, und aus dem vor allem der Sohn vollkommen verändert aufs Boot zurückkehrt.

In Menschen im Fels erzähle ich die Geschichte von zwei peruanischen Jungen, die eines Tages auf dem Llano, einer felsigen Hochebene, Lebende und Tote finden, die in den Felsen gefangen sind, bis zu den Hüften in Stein eingesunken und die Lebenden flehen um Hilfe. Die Jungen holen die Dorfgemeinschaft, und ab da wird es wirklich übel …

Abris und Nibis Amida

Am Ende des zweiten Bandes der Inseln im Westen Bücher, Weltendämmerung, gebären Rosalia und Saarí ihre Söhne Nibis Amida Rabenreich und Abris Gonzales. Sie sind die Kinder der Protagonisten Daniel und Rosalia Rabenreich und Arturo und Saarí Gonzales. Daniel und Rosalias Sohn Nibis Amida hat seinen Namen von den beiden, sich umkreisenden Welten Nib und Amid, der Wolken- und der Wasserwelt.

Abris Gonzales ist der Sohn eines Menschen (Arturo Gonzales, ein halbwüchsiger Canario) und einer Nibianerin, Saarí. Abris hat seinen Namen vom Zwerplanet Abrastos, in dessen Orbit, in den Eiskristallnebeln schwebend, Arturo und Saarí sich liebten.

10955303_10203099813175268_8529029980427177183_nDaniel Rabenreich, der im ersten und zweiten Buch eine Hauptrolle spielt, gibt es wirklich, auch, wenn sein Schicksal frei erfunden ist: nach einem tragischen Arbeitsunfall, bei dem er seinen rechten Unterschenkel verliert, reist er seinem väterlichen Freund nach, um in seiner Nähe auf Gran Canaria ein neues Leben als Frühpensionist zu leben. Sein Vorbild ist Daniel H., den ich seit 2005 kenne, als wir wöchentlich gemeinsam mit der U3 zeitig am Morgen von Ottakring zum Westbahnhof fuhren. Über die Jahre haben wir uns angefreundet und wenn sich die Gelegenheit ergab, lange und wuchernde Gespräche über Gott & die Welt & eh alles andere auch geführt. Gerade das Spannungsfeld, zwischen einem jungen Mann, der gar nicht genug Bewegung haben konnte und nun durch seine behinderung eingeschränkt ist, und einem älteren Mann, der nach dem Tod seines Lebensgefährten geradezu gelähmt ist, trägt viel zur Grundstimmung der ersten beiden Bücher bei.

gc-101Arturo Gonzales ist der fünfzehnjährige Sohn eines prominenten Wirten in Las Palmas de Gran Canaria. In seiner Freizeit hilft er den Eltern im Betrieb und so oft es geht, nimmt er seinSurfbrett und sucht mit seinen Freunden Hotspots, die mehr oder weniger unzugänglich, und deshalb wenig besucht sind. Im Roman wird Arturo Gonzales, der freiheitsliebende, impulsive aber loyale Bursche, zu einer Galeonsfigur einer heraufbeschworenen Revolution, und im weiteren Verlauf zum Vater von Abris. Arturo ist ein blonder Ur-Canario, und wie man auf dem Foto sehen kann, scheint es ihn zumindest in einer anderen Realität wirklich zu geben. Am Ende des zweiten Buches verlässt Arturo seine junge Familie, weil er mit dem Erlebten nicht fertig wird, und lebt, wie ich im aktuellen Projekt schreibe, für Jahre allein auf einem Boot auf dem künstlich geschaffenen Wasserplanet Canarias. Er hat eine traurige Rolle, eine ernste Rolle, vor allem, weil er viel zuschnell erwachsen werden, und harte Entscheidungen treffen musste, und großes Leid und wirre Grausamkeiten miterlebte.

Ihre Söhne Nibis Amida Rabenreich und Abris Gonzales wachsen in einer künstlichen Sphere auf, die von den fünfzehn Millionen Bewohnern auch Das rasende Nest genannt wird. Sie werden tragische und große Helden quer durch die Bandbreite der Realitäten. Sie werden an den Rand des Wahnsinns getrieben und großes Leid erfahren. Aber vielleicht sind gerade diese tragischen Schicksalsschläge das Feuer, in dem Helden geschmiedet werden?

Die Inseln im Westen, Band 1: Nebelgeister

Die Inseln im Westen – Band 1 NebelgeisterSo. Am 1.9.2016 erscheint also der erste Band des zweiteiligen Romans Die Inseln im Westen im Himmelstürmerverlag, Hamburg als Hardcover Luxusedition. Die Auflage ist klein gehalten und für die Sammler und langjährigen Fans meiner Romane gedacht. Zeitgleich erscheint der erste Band auch als E-Book in allen gängigen Formaten. In den nächsten Wochen werde ich ein paar Beiträge über diesen Roman schreiben und auch darüber, wie die Geschichte weitergehen könnte. Oder wird.

In den Beiträgen möchte ich ein wenig die Hintergründe des Romans beleuchten, vor allem in Bezug auf frühere Publikationen, in welchen Universum sich das alles ereignet und wie einzelne Romane von mir untereinander verknüpft sind. Soweit es mir möglich ist und sinnvoll erscheint, werde ich auch darüber schreiben, welche Menschen mich inspirierten – denn es gibt einige Charaktere, die es wirklich gibt …

 

Der Sturmgondoliere

Mein aktuelles Buch Der Sturmgondoliere erschien am 3.3.2016 im Grössenwahn-Verlag als Hardcover

Buchbeschreibung

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Paolo Meduccini war kein gewöhnlicher Junge. Er sauste mit seinem scheppernden Fahrrad schneller als alle anderen Kinder aus Montaione die toskanischen Hügel hinab, war der Mittelpunkt seiner Clique, träumte fliegen zu können wie ein Flugzeug, roch nach Karamellbonbons und Heu – und immer wieder umhüllte ihn eine seltsame, betrübliche Leere. An einem heißen Sommertag verliebte sich Julia in diesen Jungen, genau an dem Tag, an dem auch der fremde Lucian in Paolos Leben trat. Eine Begegnung mit verheerenden Folgen. Der Sommer 1979 in der Toskana sollte der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Ein Sommer, angefüllt mit Träumen, Ölbildern, Geheimnissen, Lügen und der Legende vom Sturmgondoliere, der mit Blitz und Donner gesegelt kommt und die Menschen das Fürchten lehrt.

Zehn Jahre später, unter einem ähnlichen Gewitterhimmel, wird Paolo Meduccini in eine Katastrophe und ein Wunder gleichermaßen verwickelt: Als Einziger überlebt er den Absturz eines Flugzeugs beim Landeanflug auf Wien. Aber ist er es wirklich? Oder versucht ein Hochstapler seine Fäden zu ziehen? Die Psychologin Graszyna Zanger und der Ermittler Frank Reinhard folgen einer verwirrenden Spur und ihre Recherchen führen sie in das idyllische Montaione. Was sie dort jedoch entdecken, ist eine Tragödie, die sie an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft bringt.

Peter Nathschläger beherrscht das Schreiben als wäre es Weberei, eine der ältesten Techniken zur Herstellung von Flächenbildern, um eine zutiefst menschliche Geschichte über die Sünden der Eltern zu erzählen. Das Wissen um verlorene Chancen und die Suche nach Erlösung bilden die vorgespannten Kettfäden. Die Möglichkeit der Versöhnung wird zum Schussfaden, der sich, rechtwinklig kreuzend, durch die gesamte Webbreite zieht. Das Ergebnis ist dieser höchst stoffliche Roman mit toskanischen Bildern, gewitterhaltigem Himmel und hoffnungsstrahlenden Gedanken. Ein Abbild des Lebens selbst. Das erträumte, das versäumte, das erduldete, das heutige Leben.