Im Endkreis

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Die Engel sind davon überzeugt, dass Gott sich von seiner Schöpfung abgewandt hat, und wild entschlossen, die Realität, die er den Menschen gegeben hat, zu zerstören. Sie finden jedoch keine Möglichkeit, die Welt direkt anzugreifen, also fassen sie den Plan, die Wirklichkeit auszuhöhlen und aus der „gestohlenen“ Wirklichkeit eine Höllenwelt zu schaffen, wohin sie die Menschheit verbannen wollen. Sie sind nicht weise und klug, sondern zutiefst verbitterte Wächter von Sitte und Moral, wütende Endzeitdiener, geschlechtslose Mörder, die die Menschheit, ihre Fähigkeit, Liebe zu erfahren, ihre Fähigkeit zum Glück zutiefst verabscheuen.

1908 gelingt ihnen ein erster Erfolg, als sie in der steinernen Tunguska einen Riss im Gewebe der Realität öffnen, der nicht geschlossen werden kann. Der Explosionsknall, als die Wirklichkeit aufgerissen wird, geht als Tunguska-Incident in die Geschichte ein.
Russische Wissenschaftler erforschen das Phänomen, und in der Zeit von 1960 – 1965 errichten sie in der Wildnis einen Stahlbetonbunker um das Phänomen, den sie Rampe 8 nennen.

Als die Wissenschaftler mitte der Fünfzigerjahre auf der anderen Seite des Risses seltsame Betriebsamkeit feststellten: umherhuschende Schatten, schreckliches Flügelschlagen, Gekecker und irres Gelächter erweitern sie ihre Suche nach der Lösung für diese Verletzung der Realität auf Schamanismus und Magie.

Sie finden heraus, dass es unter den Nomadenstämmen Sibiriens, besonders bei den Skythen und Jakuten, in unregelmäßigen Abständen zur Geburt eines Großen kommt, der zum Totem wird. Die Forscher foltern die Kinder aus den sibirischen Nomadenstämmen, um einen Selbstheilimpuls auszulösen, eine Selbstheilung, zu der der Totem angeblich fähig ist. Und den brauchen sie, um mithilfe seiner spirituellen Kräfte die Wunde im Gewebe der Realität zu schließen.

Es gibt also ein verständliches Bemühen, den Riss zu schließen, die Wahl der Methoden jedoch löst eine Revolution der Gefangenen Skythen aus.

Die Gegner dieser Bemühungen sind die merkwürdig neutral-schönen Mitglieder der Engelfeld-Sekte, die sich wie Abkömmlinge des erzkonservativen Opus Dei verhalten. Sie unternehmen alles, um den Auserwählten zu finden und zu töten und schrecken auch nicht vor Massenmord zurück, um ihre Pläne umzusetzen, die Welt in eine Hölle zu verwandeln.

Einer der Forscher flüchtet 1965, weil er die im Foltermethoden, die an den Kindern ausprobiert werden, nicht mehr ertragen kann und schafft es bis nach Mont Ceret in Frankreich, wo er sich niederlässt, insgeheim an den Forschungen an dem „Phänomen“ weiter forscht, sich als Gehilfe eines Fischers verdingt. Es kommt bei seinen Forschungen zu einem Unfall, bei dem sich für etwa eine Stunde ein Riss bildet, von dem alle Einwohner des Ortes wie magisch angezogen werden und verschwinden. Er bleibt als Einsiedler dort, um seine Forschungen zu schützen und um sich sowohl vor den russischen Wissenschaftlern als auch von den wütenden Engeln zu verstecken.

2015 wird er dann doch gefunden und auf grässliche Weise ermordet. Ungefähr zur gleichen Zeit wird der halbwüchsige Sibirier Iwan Ruslan Abt, genannt Ivo, von der Wölfin Akela am Stadtrand der sibirischen Stadt Chita angesprochen. Sie eröffnet ihm, dass er der nächste Totem der Skythen ist und sie gekommen sei, um seine Ausbildung zu beginnen.

Ivo ist der Schamane, der sich selbst heilen kann und so machen die menschlichen Diener der verbitterten Engel Jagd auf ihn. Er flüchtet entsetzt vor seiner Verantwortung quer durch Europa, findet in einem pensionierten Kriminalpolizisten aus Paris und einem japanischstämmigen Klavierstudenten zwei Verbündete, die mit ihm die Reise nach Sibirien antreten, um dem Endkreis beizutreten – jenem Kreis von Gläubigen, die den Pakt mit Gott erneuern wollen.
Inzwischen ist Ivo bereit, sich für die Menschheit zu opfern und den Riss im Gewebe der Wirklichkeit zu schließen. Es kommt zum Kampf der Menschheit gegen die ehemaligen Krieger ihres Schöpfers, zum sogenannten Endkreis.