Slowenien 2020

Erfreulicherweise für mich als Reisender steht Slowenien nicht im Fokus der Tourismus- und Reiseszene. Im Boulevard taucht dieses Land immer wieder als Transitland auf, durch das man durchfährt, um ins Urlaubsland zu kommen. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Slowenien wie ein Puffer zwischen Kroatien und Italien liegt und, dass die Autobahnen sehr gut ausgebaut sind. Es ist eines der waldreichsten Länder der Welt, verfügt über wunderbare Landschaften, setzt stark auf erneuerbare Energien und die größeren Städte wie Koper und Laibach haben eine studentische, junge, künstlerische Szene.

Wenn man also von Österreich aus nach Slowenien auf Urlaub fährt, kann ein zweitägiger Aufenthalt in Laibach nicht schaden. die Stadt ist schön, modern, jugendlich und doch ident: das Alte wird vom Jungen integriert und angenommen. Und die Stadt ist sehr, sehr grün.

Das Land Slowenien hat nur eine sehr kurze Küste von etwa 43km, wovon der Großteil nicht für den Tourismus nutzbar ist. Baden und als Gast wohnen kann man eigentlich nur in Portoroz und Piran, und beide Städte sind für Ballermann- und Sauftourismus nicht geeignet. Das Publikum dort ist vor allem in Portoroz eher mondän, in Piran eher Bohemien.

Hafen von Piran

Allein die Anfahrt über Portoroz nach Koper Richtung Piran ist sensationell und erinnert an alte Filme, die an der Riviera spielen: Portoroz und Piran stehen den mondänen Badeorten in Italien und Frankreich um nichts nach – doch, in einem schon: Im Preis. Slowenien ist preislich erheblich günstiger und setzt verstärkt auf „angenehmen“ Tourismus: Umweltschonend, nicht gröhlend; die lallenden Touristen, die schon Vormittags mit nacktem Oberkörper und einer Dose Bier in der Hand durch das Stadtbild latschen, und denen die Plautze über den Bund der tropfnassen Badeshorts hängt, ist in Piran und Portoroz nicht so heimisch und wenn er sich doch dorthin verirrt, fühlt er sich dort nicht wohl.

Abend in Piran

Falls man sich doch dazu entscheidet, nach Piran auf Urlaub zu fahren, sollte man sich auf ein paar Eigenheiten gefasst machen und sich demenstprechend vorbereiten:

  • Piran kann man nur in Ausnahmefällen und nur gegen Einwurf von Barem befahren. Im Regelfall parkt man seinen Wagen außerhalb Pirans in der Garage von Fornace und nimmt den dort haltenden Gratis-Shuttlebus in die Stadt.
  • Der Shuttlebus fährt quasi alle 15 Minuten hin und her, in Coronazeiten muss man während der Fahrt einen MNS tragen.
  • Verpasst man in Zeiten von Navis die Abfahrt nach Portoroz/Piran, ist man – schwupps – an den Grenze zu Kroatien. Das geht Ratzfatz.
  • Ein Taxi von Piran Takiri-Platz bis Portoroz kostet 10€, bis Fornace 10€
  • Gut essen kann man im 3vdore – Die drei Witwen. Man muss nur die zum Teil verhaltensauffälligen Kellner des Lokals in Kauf nehmen. Der Chef zaubert ein hervorragendes Beef Tartare, und der junge Kellner ist schnell und zuverlässig, die anderen sind eher mau
  • Ganz generell kann man in Piran überall gut essen, natürlich vor allem Meeresgerichte

Für Slowenien würde ich mir wünschen, sie bekämen mehr Tourismus – wenn sie das wollen – weil sie es ehrlich verdient haben, mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Für mich wünsche ich mir, es bliebe so, wie es ist. Die Leute sollen durchfahren. Richtung Italien oder Kroatien, und dort an den Küsten Party machen. Dann bleibt dem ruhigen Reisenden ein freundliches und entspanntes Slowenien und eine malerische Küste, die jeden Abend von Gott neu gemalt wird.

Links

https://www.urlaubsguru.at/reisemagazin/urlaub-slowenien/

https://www.slovenia.info/de/aktivitaten/aktivurlaub

https://www.portoroz.si/de/planen-sie-ihren-besuch/gruner-urlaub

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