Jeder ist die ganze Welt

Wir gingen Hand in Hand
durch Wüstensturm und Regen,
wir gingen Hand in Hand auf Pfaden
aus Gewitter Blut und Sturm
und wir gingen, bis wir an der Küste standen
und unser Hunger nach Leben uns verschlang

Wir atmeten Brust an Brust und
wir atmeten Kuss um Kuss, wir waren jeder
für den Augenblick die ganze Welt des Anderen:
Nie hatte das Meer einsamer und eifersüchtiger
an unseren Füßen gezogen als in diesem Moment,
nie rollte es kraftvoller, als es machtlos gegen Liebe war

Wir griffen in den Himmel und tranken uns
wir langten hoch in das wütende Grau
wir fassten die Metallkante des Horizonts
uns geschah nichts, und wenn unsere Hände bluteten
von der Schärfe der Welt mischten wir unser Blut
und unser Blut mischte sich mit dem Donner des Meeres

Wir kämpften uns zurück ins Land
durchwanderten Ebenen und furchtbare Wälder
kämpften uns hoch und höher,
bis wir in den Wolken verschwanden
und unsere Hüften miteinander kämpften im Geben und Nehmen

Das Tosen war um uns und in uns
und wir teilten es mit Himmel und Erde
wir teilten Nässe und Schamlosigkeit
das Gewitter packte uns wie eine Hand
und wir konnten nicht aufhören, Engel zu sein, die herrschten, um beherrscht zu werden

Wir blieben, bis unsere Augen vor Erschöpfung weinten
von der Liebe blind und erschlagen
zu Silber verwoben der Sturm von uns sang
mit dem Choral aus Wahrheit und Verlust und
all der Liebe die wir im Fallen verschenken konnten

Jeder die ganze Welt des anderen
jeder der ersehnte Atemzug
jeder der Puls der Sterblichkeit und
jeder die Brust die sich senkte und hob
jeder all die Leidenschaft und unvergessen
jeder nur ein Wimpernschlag Ewigkeit; Jetzt!