Ent-Organisieren

Auf Twitter folge ich unter anderem den freundlichen Jungs und Mädchen von notion.so, weil ich deren Tool jetzt zur Selbstorganisation nutze. Das und die Beechmore Notizbücher. Das führt dazu, dass ich oft die Twitterbeiträge von Leuten lese, die ich nicht abonniert habe, und die in ihren Tweets auf Notion verweisen. Heute Abend las ich einen Blogeintrag eines Notion-Users, der beschreibt, wie er Papiernotizbücher und Notion parallel nutzt. Er geht sehr strikt vor, sehr durchorganisiert. Auf mich wirkt seine Selbstorganisation so, als würde er die Administration seines Lebens und seiner Arbeit zum Selbstzweck betreiben. Das heißt, er organisiert nicht, weil sein Alltag so viel Organisation braucht, sondern weil es ihm Spaß macht, sich zu organisieren.

Daran ist aus meiner Sicht nicht viel auszusetzen, außer, dass man damit die Zeit zukleistert, die man sich eigentlich durch gute Selbstorganisation freischaufeln wollte.

Ich versuche das einfach zu halten. Zuerst mal trenne ich strikt beruflich von privat. Für meine berufliche Tätigkeit stellt mir das Unternehmen, für das ich arbeite, Tools zur Verfügung, die ich bestmöglich nutze. Meine Hauptbühne ist hier OneNote.

Privat halte ich es so: Was privat ist, ist privat und bleibt auch privat. Also mit der Hand über die Füllfeder ins Notizbuch. Das, was ich veröffentlichen will, kommt in Notion und von dort dann zB hierher nach WordPress. Das mache ich deshalb so, weil ich ein Archiv haben will, in dem ich Texte sammle. Schreibe ich an einem Roman, kommen Ideen, Entwürfe, Grübeleien udgm ebenfalls ins Notizbuch. Und damit hat es sich. Ich habe keinen Zeitplan, wann ich was wohin schreibe, wie oft und zu welcher Gelegenheit. Ich lasse es gerne fließen, wie schon Ultravox so schön sang:

Das scheint mir oft die beste Lösung zu sein, wenn es irgendwo klemmt und hakt: Loslassen, zurücklehnen, Kaffee trinken und sich entspannen. Darin bin ich mittlerweile wirklich sehr gut – in Sachen Entspannen bin ich famos.

Also denkt dran Leute: Bei der Selbstorganisation ja nicht die Arschbacken zusammenkneifen. Ihr schreibt keine Bibel und nur die wenigsten Sätze, die man schreibt, entwickeln diese alttestamentarische Wucht, die man bei Hemingway fand, oder Gabriel Garcia Marquez. Nehmt das Schreiben einfach als das, was es für Stephen King ist: ein Akt des gewollten Verstehens.