Piero X

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Im Grunde genommen ist das eine Geschichte über einen netten Jungen aus gutem Haus, der im Wien der späten 70er Jahre aufwächst. Er hat liebevolle Eltern und zwei ältere Brüder, er hat Freunde, und nach der Schule treibt er sich draußen herum. Draußen, das ist der zweite Bezirk in Wien in der Nähe der Donau, das ist der Mexikoplatz bei der alten Reichsbrücke, die Hinterhöfe in der Nähe des Vorgartenmarkts, und das alte Überschwemmungsgebiet.

Die Fantasie des Jungen scheint grenzenlos, aber auch gewalttätig. Seine Freunde und er sind Abenteurer in einer von Außerirdischen und Monstern bewohnten Wildnis, Soldaten ohne speziellen Auftrag – bis der beste Freund des Jungen eines späten Abends, als er für den Vater Zigaretten holen muss, mit einem Hammer erschlagen wird. Für Piero bricht die Welt zusammen, löst sich auf und er verliert den Halt. Die Bedrohlichkeit der Fantasiewelt, die er sich mit seinen Freunden auf dem Überschwemmungsgebiet errichtet hatte, greift nach der Wirklichkeit. Morde geschehen und Piero findet sich auf einmal auf der dunklen Seite des Wiener Praters wieder, wo er Halt und Zuspruch unter Strichjungen findet. Das verborgene Treiben fasziniert ihn ebenso, wie es ihn abstößt und mit der Unschuld des halben Kindes strebt er direkt auf die Hölle zu …

Der Wiener Prater in den späten Siebzigern spielt eine wichtige Rolle in diesem Roman. Der Geruch von Essiggurken, Langos, Kartoffelpuffer und Zuckerwatte, der ölige, holzige Geruch von Geisterbahnen und Kettenkarussells, all die Lichter und das Lachen, der Zigarettenrauch, der aus Spielhallen wabert …

Und dieser Song ebenfalls: Dazu tanzten wir in den Spielhallen wie die Wilden und rauchten Smart Export in der hohlen Hand …