Der Falke im Sturm


Der französische Student Lucas Reno wird von der Universität Havanna aufgrund seiner Arbeit über Dissidententum nach Kuba eingeladen, um die Ereignisse, die vor einigen Jahren zu einem Paradigmenwechsel führten, mit eigenen Worten nachzuerzählen.

Lucas kennt die offizielle Geschichte, die glatt, aber lückenhaft ist. Er nimmt die Aufgabe an und beginnt, aus dem, was er schon weiß und aus dem, was er vor Ort sieht und erfährt, die Geschichte der sanften Revolution nachzuerzählen. Er ist dabei kein „zuverlässiger“ Erzähler, da er parteiisch ist, die Protagonisten der Ereignisse aus seiner homoerotischen Perspektive positiv konnotiert und Ereignisse mystifiziert.

Während er von einem Studenten der Universität Havanna zu den bedeutsamen Orten begleitet wird und Zeitzeugen trifft, wird deutlich, dass die angeblich so sanfte Revolution von langer Hand geplant war und dass der Architekt des Umsturzes Grausamkeiten und Mord in Kauf nahm. Der Druck auf Lucas, an seiner Geschichte festzuhalten, wächst, bis er in Panik die Flucht ergreift und in Lebensgefahr gerät.

Kritiken und Rezensionen:

Ein bekanntes Thema der Weltliteratur: Wie weit darf man im Namen des Staates schreiben? Auf welche Grenzen stößt man? Darf sich der Staat oder die Politik überhaupt in künstlerische Freiheiten einmischen bzw. Vorgaben machen? Hochbrisante politische Fragen, die Nathschläger stellt.

„Nathschläger hat wieder meisterlich einen spannenden, nachdenklichen und hochaktuell politischen Roman geschrieben.

… er bietet eine treffende Analyse an; auch wenn die Schlussfolgerung nicht jedem schmecken wird.

Zudem strotzt der Roman vor praller Lebenskraft …

Angelo Algieri