Die Inseln im Westen


No somos los cazadores

No somos los presas

No somos los esclavos

Nosotros somos los dueños

de nuestras vida


Inschrift auf einem geschliffenen Vulkanstein, gefunden in der großen Guanchen-Höhle am nördlichen Hang des Roque Nublo, Gran Canaria, datiert auf 1431

Und eines Nachts verschwanden die Kanarischen Inseln und wurden nie mehr gesehen …

Der Schriftsteller Frank Ostrowski lebt allein in der Finca in den Bergen von Gran Canaria, die er und sein Mann kurz vor dessen Tod kauften. Als er drei Jahre nach dem tragischen Tod seines Ehepartners versucht, die tragischen Ereignisse aufzuschreiben, entdeckt er nicht nur, dass sein Mann ein mystisches Geheimnis hütete, sondern auch, dass eines Nachts der Polarstern vom Himmel verschwunden ist. Am nächsten Tag stürzen leere Passagierflugzeuge auf die Inseln ab und am Horizont erscheint ein den ganzen Himmel ausfüllender Planet. Spätestens jetzt wird Frank klar, dass das Geheimnis seines verstorbenen Mannes und die furchteinflößenden Ereignisse direkt miteinander zusammenhängen.

Die Kanaren verschwinden in eine düstere und unheimliche alternative Realität, wo zwei Zivilisationen um die Vorherrschaft streiten.

Zwei Zivilisationen, in denen Männer bei Männern leben, wo es Jäger und Beute, Herren und Diener gibt, ein Jahrtausend altes Geheimnis und die Prophezeiung über den Untergang ihrer Wirklichkeit.

In dem Chaos, ausgelöst dadurch, dass die alte Ordnung nichts mehr gilt, Geld wertlos ist und Machtverhältnisse sich verkehren, versuchen Frank und seine Freunde, in der neuen Lebenssituation zu bestehen und ihre menschlichen Werte zu bewahren. Ihnen stehen die besessen-destruktiven Kräfte jener Menschen gegenüber, die sich nicht mit dem Verlust von Macht und Ansehen abfinden können und wollen. Es kommt zu Brandstiftung, Mord- und Totschlag und abgründiger Gewalt.

Während der Teenager Arturo von Bewohnern des nahen Planeten gerettet wird, als ein aufgeheizter Mob in Las Palmas versuchte, ihn zu ermorden, und auf der fremden Welt unfreiwillig in die Rolle des Revolutionsführers rutscht, verhärten sich auf den Kanaren die Fronten zwischen jenen, die versuchen wollen, mit den Außerweltlichen zusammenzuleben und jenen, die ihnen keine Zuflucht gewähren.

Gegen sie alle arbeitet die Zeit, denn ihnen bleibt nur noch ein Vierteljahr, ehe sich die Wirklichkeit der fremden Welt auflöst und sie alle im Nichts versinken, wenn sie keinen gemeinsamen Weg finden, sich zu retten …

Kritiken und Rezensionen

... Peter Nathschlägers „Die Inseln im Westen“ ist ein forderndes, ein spannendes, ein beklemmendes Buch. Der Autor schreibt kraftvoll, direkt, bildgewaltig und schonungslos. Kein Platz zum Wohlfühlen, sondern eher ein Höllenritt durch eine fremde Galaxie.

Nathschläger dreht durch die immer wieder wechselnde Erzählperspektive permanent an der Spannungsschraube. Der Leser, wenn auch erst gemächlich gestartet, wird nach und nach immer mehr in die Geschichte gezogen, umgarnt, festgezurrt und mitgerissen.

Der Autor schafft einen fast magischen Sog ins Buch, der den Leser nicht mehr loslässt, hineinzieht in eine düstere, komplexe Realität, die beklemmend und erdrückend glaubhaft wirkt. - Lesen und Band 2 zur Hand haben!

Peter Nathschläger nimmt den Leser, noch gebeutelt von Band 1, direkt mit in das nächste, noch größere, noch umfassendere Chaos der Erneuerung. Zwischen Wahnsinn und Brutalität, vorsichtiger Annäherung und erbittertem Kampf, hinterhältigem Verrat und der Suche nach Halt zieht es den Leser immer weiter in den fremden Kosmos.

... Peter Nathschläger führt geschickt die vielen gewobenen Fäden der einzelnen Personen zusammen, im Mittelpunkt Schriftsteller Frank, der zwischen allen Fronten und Kulturen zu vermitteln sucht, aber auch an seine Grenzen kommt ….

Der Autor zeichnet die Protagonisten scharf und kantig, spült nichts weich, gibt auch dem Grauen und dem Sadismus ein Gesicht. Beleuchtet und hinterfragt, zieht Verbindungen zum Jetzt und Hier, geht der Frage der Möglichkeit des Zusammenlebens unter widrigsten Umständen nach; sind Mensch und „Außerweltliche“ in der Lage, sich zusammenzuraufen, sich anzunähern, Platz für alle zu schaffen….

Peter Nathschläger macht keine Gefangenen, der Leser wird nicht geschont, kommt zerschunden und zerfleddert aus diesem Roman hervor, der in seiner Komplexität beeindruckt. Nicht nur die neue Realität wird bis ins kleinste Detail lebendig; auch die finstersten Auswüchse der Menschen werden akribisch herausgearbeitet und sind in ihrer Intensität grausam präsent.

Ein überaus gelungener Abschlussband, eine Herausforderung an alle, die sich einem Buch stellen wollen, das dem Leser nicht erlaubt, sich gemütlich einzurichten, sich heimisch zu fühlen, sondern fremd und orientierungslos nach Halt zu suchen – Lesen!