Raspail – Das Heerlager der Heiligen

61eT01meiWL._SX300_BO1,204,203,200_Bisher habe ich immer die Meinung vertreten, dass Oscar Wilde recht hatte als er sagte, es gäbe keine moralischen Bücher sondern nur gut oder schlecht geschriebene. Das war auch in so gut wie allen Diskussionen über Literatur stets mein Credo und ich habe mich nun ertappt, dass ich davon abwich, in dem ich einen Roman, den ich noch nicht gelesen hatte, als Schundroman bezeichnete, weil er von der von mir aus gesehen falschen Richtung Applaus kam und hochgejubelt wurde.

Um das Buch wirklich beurteilen zu können, werde ich es lesen müssen, soviel ist klar. Die Frage ist, ob ich es lesen will. Dabei geht es mir gar nicht darum, ich könnte mit „unangenehmen Wahrheiten“ und „Dingen, die man so nicht schreiben darf“ konfrontiert zu werden. Herrgott, ich habe W.S.Burroughs weinerlich-selbstgefällige Drogenprosa ausgehalten, in der er einerseits die Pose des literarischen Revolutionärs und linken Allesverstehers einnimmt, in Wirklichkeit aber bewies, dass er ein schwules, chauvinistisches Arschgesicht war, für den halbwüchsige Mexikaner und Marokkaner nur einen Lebenszweck hatten, nämlich ihn zu vergöttern und im Bett bei Laune zu halten – wenn er nicht gerade zu dicht für diese Art der Vergnüglichkeiten war. Er unterschied sich in dieser Haltung in keinster Weise von den Großgrundbesitzern in den Südstaaten, die genau jene Schwarzen fickten, denen sie jegliche Menschlichkeit absprachen.

Nein, Moral und Sittlichkeit haben für mich noch nie ein Buch definiert. Was mich tatsächlich stört, ist der Applaus der falschen Seite, die Vereinnahmung eines literarischen Werkes durch Menschen, mit denen ich neverever auf ein Bier gehen würde, weil ich andauernd den Eindruck hätte, dass sie mich missionieren wollten. Und natürlich schmeckt mir die generelle Ausrichtung des Verlags nicht mit seiner Sammlung verschwörungs-salbungsvoller-rechtsnationaler Literatur. Und dass sie den elenden Pirincci im Programm haben, der sich durch nichts mehr von dem Rotz unterscheidet, den er auf die Literatur spuckt.

Ich werde Jean Raspails Buch lesen, und sei er noch so monarchisch-katholisch-alteuropäisch. Wenn es gut geschrieben ist, werde ich meine Freude daran haben.

Willkommen!

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Das aktuelle Projekt: DIE INSELN IM WESTEN erzählt die Geschichte des Kanarischen Archipels, der mitsamt allen Menschen, die sich dort befinden, aus unserer Realität verschwindet und in eine fremde Wirklichkeit geworfen wird. Wie die Menschen sich dort mit den fremden Zivilisationen arrangieren und ein gemeinsames Überleben suchen, wird in zwei Bänden erzählt, die im September und im November dieses Jahres erscheinen.

Wechsel zu WordPress

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Da ich mit den Möglichkeiten von Google Sites nicht ganz glücklich war, habe ich meine Website wieder zu www.one.com transferiert und benutze nun erneut WordPress als Webplattform.

Es wird noch ein wenig dauern, bis ich alle Inhalte nachgezogen habe, also übt Euch in Geduld 🙂

Der Sturmgondoliere

Mein aktuelles Buch Der Sturmgondoliere erschien am 3.3.2016 im Grössenwahn-Verlag als Hardcover

Buchbeschreibung

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Paolo Meduccini war kein gewöhnlicher Junge. Er sauste mit seinem scheppernden Fahrrad schneller als alle anderen Kinder aus Montaione die toskanischen Hügel hinab, war der Mittelpunkt seiner Clique, träumte fliegen zu können wie ein Flugzeug, roch nach Karamellbonbons und Heu – und immer wieder umhüllte ihn eine seltsame, betrübliche Leere. An einem heißen Sommertag verliebte sich Julia in diesen Jungen, genau an dem Tag, an dem auch der fremde Lucian in Paolos Leben trat. Eine Begegnung mit verheerenden Folgen. Der Sommer 1979 in der Toskana sollte der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Ein Sommer, angefüllt mit Träumen, Ölbildern, Geheimnissen, Lügen und der Legende vom Sturmgondoliere, der mit Blitz und Donner gesegelt kommt und die Menschen das Fürchten lehrt.

Zehn Jahre später, unter einem ähnlichen Gewitterhimmel, wird Paolo Meduccini in eine Katastrophe und ein Wunder gleichermaßen verwickelt: Als Einziger überlebt er den Absturz eines Flugzeugs beim Landeanflug auf Wien. Aber ist er es wirklich? Oder versucht ein Hochstapler seine Fäden zu ziehen? Die Psychologin Graszyna Zanger und der Ermittler Frank Reinhard folgen einer verwirrenden Spur und ihre Recherchen führen sie in das idyllische Montaione. Was sie dort jedoch entdecken, ist eine Tragödie, die sie an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft bringt.

Peter Nathschläger beherrscht das Schreiben als wäre es Weberei, eine der ältesten Techniken zur Herstellung von Flächenbildern, um eine zutiefst menschliche Geschichte über die Sünden der Eltern zu erzählen. Das Wissen um verlorene Chancen und die Suche nach Erlösung bilden die vorgespannten Kettfäden. Die Möglichkeit der Versöhnung wird zum Schussfaden, der sich, rechtwinklig kreuzend, durch die gesamte Webbreite zieht. Das Ergebnis ist dieser höchst stoffliche Roman mit toskanischen Bildern, gewitterhaltigem Himmel und hoffnungsstrahlenden Gedanken. Ein Abbild des Lebens selbst. Das erträumte, das versäumte, das erduldete, das heutige Leben.