Abris und Nibis Amida

Am Ende des zweiten Bandes der Inseln im Westen Bücher, Weltendämmerung, gebären Rosalia und Saarí ihre Söhne Nibis Amida Rabenreich und Abris Gonzales. Sie sind die Kinderder Protagonisten Daniel und Rosalia Rabenreich und Arturo und Saarí Gonzales. Daniel und Rosalias Sohn Nibis Amida hat seinen Namen von den beiden, sich umkreisenden Welten Nib und Amid, der Wolken- und der Wasserwelt.

Abris Gonzales ist der Sohn eines Menschen (Arturo Gonzales, ein halbwüchsiger Canario) und einer Nibianerin, Saarí. Abris hat seinen Namen vom Zwerplanet Abrastos, in dessen Orbit, in den Eiskristallnebeln schwebend, Arturo und Saarí sich liebten.

10955303_10203099813175268_8529029980427177183_nDaniel Rabenreich, der im ersten und zweiten Buch eine Hauptrolle spielt, gibt es wirklich, auch, wenn sein Schicksal frei erfunden ist: nacheinem tragischen Arbeitsunfall, bei dem er seinen rechten Unterschenkel verliert, reist er seinem väterlichen Freund nach, um in seiner Nähe auf Gran Canaria ein neues Leben als Frühpensionist zu leben. Sein Vorbild ist Daniel H., den ich seit 2005 kenne, als wir wöchentlich gemeinsam mit der U3 zeitig am Morgen von Ottakring zum Westbahnhof fuhren. Über die Jahre haben wir uns angefreundet und wenn sich die Gelegenheit ergab, lange und wuchernde Gespräche über Gott & die Welt & eh alles andere auch geführt. Gerade das Spannungsfeld, zwischen einem jungen Mann, der gar nicht genug Bewegung haben konnte und nun durch seine behinderung eingeschränkt ist, und einem älteren Mann, der nach dem Tod seines Lebensgefährten geradezu gelähmt ist, trägt viel zur Grundstimmung der ersten beiden Bücher bei.

gc-101Arturo Gonzales ist der fünfzehnjährige Sohn eines prominenten Wirten in Las Palmas de Gran Canaria. In seiner Freizeit hilft er den Eltern im Betrieb und so oft es geht, nimmt er seinSurfbrett und sucht mit seinen Freunden Hotspots, die mehr oder weniger unzugänglich, und deshalb wenig besucht sind. Im Roman wird Arturo Gonzales, der freiheitsliebende, impulsive aber loyale Bursche, zu einer Galeonsfigur einer heraufbeschworenen Revolution, und im weiteren Verlauf zum Vater von Abris. Arturo ist ein blonder Ur-Canario, und wie man auf dem Foto sehen kann, scheint es ihn zumindest in einer anderen Realität wirklich zu geben. Am Ende des zweiten Buches verlässt Arturo seine junge Familie, weil er mit dem Erlebten nicht fertig wird, und lebt, wie ich im aktuellen Projekt schreibe, für Jahre allein auf einem Boot auf dem künstlich geschaffenen Wasserplanet Canarias. Er hat eine traurige Rolle, eine ernste Rolle, vor allem, weil er viel zuschnell erwachsen werden, und harte Entscheidungen treffen musste, und großes Leid und wirre Grausamkeiten miterlebte.

Ihre Söhne Nibis Amida Rabenreich und Abris Gonzales wachsen in einer künstlichen Sphere auf, die von den fünfzehn Millionen Bewohnern auch Das rasende Nest genannt wird. Sie werden tragische und große Helden quer durch die Bandbreite der Realitäten. Sie werden an den Rand des Wahnsinns getrieben und großes Leid erfahren. Aber vielleicht sind gerade diese tragischen Schicksalsschläge das Feuer, in dem Helden geschmiedet werden?

Drogen, Sex und der richtige Mann

drogen-sex-und-der-perfekter-mann-web-coverDie Kurzgeschichte Leere Türen erschien zuerst in der Anthologie Liebe und andere Schmerzen, ausgewählt von Jannis Plastargias, im Verlag Größenwahn. Den Titel hatte ich mit Bedacht gewählt – vor allem aus dem naheliegenden Grund, weil es in der Geschichte um Türen geht, die sich öffnen aber nirgendwohin führen, oder irgendwohin, von wo man nicht mehr zurückkehren kann, sosehr man sich das auch wünschen mag.

Mit der Änderung des Titels hatte ich also nichts zu tun, nehme es aber dem Verlag auch nicht wirklich übel, dies ohne meine Zustimmung oder in Abstimmung mit mir gemacht zu haben.

Jetzt jedenfalls erscheint die Kurzgeschichte als E-Book, ein Appetithäppchen des Verlags und ich lege sie jedem ans Herz, der die Melancholie der Einsamkeit kennt, das Gefühl der Irritation, wenn man neben jemand aufwacht, an den man sich nicht erinnern kann oder der, im Moment des Aufwachens, eine beunruhigende Transformation durchmacht – und nicht nur er, sondern die ganze Welt, in die er einen mitgenommen hat.

Es ist eine Geschichte ohne Trost und ohne moralisch erbauliches Ende, und so ist sie, ganz ohne moralischer oder sittlicher Botschaft, wie sich das Leben manchmal zeigt: trügerisch, doppelbödig und verheerend.

Die Inseln im Westen, Band 1: Nebelgeister

Die Inseln im Westen – Band 1 NebelgeisterSo. Am 1.9.2016 erscheint also der erste Band des zweiteiligen Romans Die Inseln im Westen im Himmelstürmerverlag, Hamburg als Hardcover Luxusedition. Die Auflage ist klein gehalten und für die Sammler und langjährigen Fans meiner Romane gedacht. Zeitgleich erscheint der erste Band auch als E-Book in allen gängigen Formaten. In den nächsten Wochen werde ich ein paar Beiträge über diesen Roman schreiben und auch darüber, wie die Geschichte weitergehen könnte. Oder wird.

In den Beiträgen möchte ich ein wenig die Hintergründe des Romans beleuchten, vor allem in Bezug auf frühere Publikationen, in welchen Universum sich das alles ereignet und wie einzelne Romane von mir untereinander verknüpft sind. Soweit es mir möglich ist und sinnvoll erscheint, werde ich auch darüber schreiben, welche Menschen mich inspirierten – denn es gibt einige Charaktere, die es wirklich gibt …

 

Raspail – Das Heerlager der Heiligen

61eT01meiWL._SX300_BO1,204,203,200_Bisher habe ich immer die Meinung vertreten, dass Oscar Wilde recht hatte als er sagte, es gäbe keine moralischen Bücher sondern nur gut oder schlecht geschriebene. Das war auch in so gut wie allen Diskussionen über Literatur stets mein Credo und ich habe mich nun ertappt, dass ich davon abwich, in dem ich einen Roman, den ich noch nicht gelesen hatte, als Schundroman bezeichnete, weil er von der von mir aus gesehen falschen Richtung Applaus kam und hochgejubelt wurde.

Um das Buch wirklich beurteilen zu können, werde ich es lesen müssen, soviel ist klar. Die Frage ist, ob ich es lesen will. Dabei geht es mir gar nicht darum, ich könnte mit „unangenehmen Wahrheiten“ und „Dingen, die man so nicht schreiben darf“ konfrontiert zu werden. Herrgott, ich habe W.S.Burroughs weinerlich-selbstgefällige Drogenprosa ausgehalten, in der er einerseits die Pose des literarischen Revolutionärs und linken Allesverstehers einnimmt, in Wirklichkeit aber bewies, dass er ein schwules, chauvinistisches Arschgesicht war, für den halbwüchsige Mexikaner und Marokkaner nur einen Lebenszweck hatten, nämlich ihn zu vergöttern und im Bett bei Laune zu halten – wenn er nicht gerade zu dicht für diese Art der Vergnüglichkeiten war. Er unterschied sich in dieser Haltung in keinster Weise von den Großgrundbesitzern in den Südstaaten, die genau jene Schwarzen fickten, denen sie jegliche Menschlichkeit absprachen.

Nein, Moral und Sittlichkeit haben für mich noch nie ein Buch definiert. Was mich tatsächlich stört, ist der Applaus der falschen Seite, die Vereinnahmung eines literarischen Werkes durch Menschen, mit denen ich neverever auf ein Bier gehen würde, weil ich andauernd den Eindruck hätte, dass sie mich missionieren wollten. Und natürlich schmeckt mir die generelle Ausrichtung des Verlags nicht mit seiner Sammlung verschwörungs-salbungsvoller-rechtsnationaler Literatur. Und dass sie den elenden Pirincci im Programm haben, der sich durch nichts mehr von dem Rotz unterscheidet, den er auf die Literatur spuckt.

Ich werde Jean Raspails Buch lesen, und sei er noch so monarchisch-katholisch-alteuropäisch. Wenn es gut geschrieben ist, werde ich meine Freude daran haben.

Willkommen!

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Das aktuelle Projekt: DIE INSELN IM WESTEN erzählt die Geschichte des Kanarischen Archipels, der mitsamt allen Menschen, die sich dort befinden, aus unserer Realität verschwindet und in eine fremde Wirklichkeit geworfen wird. Wie die Menschen sich dort mit den fremden Zivilisationen arrangieren und ein gemeinsames Überleben suchen, wird in zwei Bänden erzählt, die im September und im November dieses Jahres erscheinen.

Wechsel zu WordPress

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Da ich mit den Möglichkeiten von Google Sites nicht ganz glücklich war, habe ich meine Website wieder zu www.one.com transferiert und benutze nun erneut WordPress als Webplattform.

Es wird noch ein wenig dauern, bis ich alle Inhalte nachgezogen habe, also übt Euch in Geduld 🙂

Der Sturmgondoliere

Mein aktuelles Buch Der Sturmgondoliere erschien am 3.3.2016 im Grössenwahn-Verlag als Hardcover

Buchbeschreibung

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Paolo Meduccini war kein gewöhnlicher Junge. Er sauste mit seinem scheppernden Fahrrad schneller als alle anderen Kinder aus Montaione die toskanischen Hügel hinab, war der Mittelpunkt seiner Clique, träumte fliegen zu können wie ein Flugzeug, roch nach Karamellbonbons und Heu – und immer wieder umhüllte ihn eine seltsame, betrübliche Leere. An einem heißen Sommertag verliebte sich Julia in diesen Jungen, genau an dem Tag, an dem auch der fremde Lucian in Paolos Leben trat. Eine Begegnung mit verheerenden Folgen. Der Sommer 1979 in der Toskana sollte der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Ein Sommer, angefüllt mit Träumen, Ölbildern, Geheimnissen, Lügen und der Legende vom Sturmgondoliere, der mit Blitz und Donner gesegelt kommt und die Menschen das Fürchten lehrt.

Zehn Jahre später, unter einem ähnlichen Gewitterhimmel, wird Paolo Meduccini in eine Katastrophe und ein Wunder gleichermaßen verwickelt: Als Einziger überlebt er den Absturz eines Flugzeugs beim Landeanflug auf Wien. Aber ist er es wirklich? Oder versucht ein Hochstapler seine Fäden zu ziehen? Die Psychologin Graszyna Zanger und der Ermittler Frank Reinhard folgen einer verwirrenden Spur und ihre Recherchen führen sie in das idyllische Montaione. Was sie dort jedoch entdecken, ist eine Tragödie, die sie an die Grenzen ihrer Vorstellungskraft bringt.

Peter Nathschläger beherrscht das Schreiben als wäre es Weberei, eine der ältesten Techniken zur Herstellung von Flächenbildern, um eine zutiefst menschliche Geschichte über die Sünden der Eltern zu erzählen. Das Wissen um verlorene Chancen und die Suche nach Erlösung bilden die vorgespannten Kettfäden. Die Möglichkeit der Versöhnung wird zum Schussfaden, der sich, rechtwinklig kreuzend, durch die gesamte Webbreite zieht. Das Ergebnis ist dieser höchst stoffliche Roman mit toskanischen Bildern, gewitterhaltigem Himmel und hoffnungsstrahlenden Gedanken. Ein Abbild des Lebens selbst. Das erträumte, das versäumte, das erduldete, das heutige Leben.